WESTWERK.

Westwerk-Verstärker

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

Westwerk-Verstärker

Eröffnung | Donnerstag | 19. September 2019 | 19 Uhr

Ausstellung: 20. bis 27. September 2019

Dienstag bis Freitag 1619 Uhr | Samstag 1417 Uhr

Verknüpfungen aus den Bereichen Natur und Kultur bilden Thema und Ausgangspunkt des zeichnerischen Vokabulars. Auf der Ebene der Zeichnung, verstanden als ein Gefäß kultureller Erinnerung, angeregt durch das Interesse für naturkundliche und archäologische Sammlungen, für Traumvorgänge im Sinne einer mentalen Archäologie und mittelalterlicher Buchmalerei, wurden eigene Archive ethnologischen, biologischen und geo­grafischen Zuschnitts angelegt. Die unmittelbare Gegenwart der Farbe als vorsprachliche Empfindung, verknüpft mit dem Lesen der Zeichnungsfragmente, soll die eigene Assoziations­fähigkeit anregen, mittels Imagination in der Erinnerung gespeicherte Bilder wachzurufen. In die Bildwelten mischen sich persönliches und kollektives Gedächtnis der Archetypen. Den Bildern wohnt keine vorbestimmte Bedeutung inne, vielmehr appellieren sie an das eigenverantwortliche Begreifen.

In der Ausstellung im Westwerk wird ein raumbezogener Dialog zwischen dem Parkour der Bilder an den Wänden und der frei im Raum stehenden Bildinstallationen geführt, um Vorstellungsraum der Malerei und Realraum der Architektur zu intensivieren.

 

»Martin Conrad sagt über seine Arbeiten, dass sie nicht
das unmittelbar Sichtbare wiedergeben, sondern das, ›was vom Sichtbaren später übrigbleibt, wenn das ursprüngliche Erlebnis vergangen ist‹. Conrad arbeitet oft an mehreren Bildern gleichzeitig und hat dabei eine ganz eigene Arbeits­weise ersonnen: Zuerst legt er mit breiten Pinseln einen großflächig gemalten abstrakten Bildgrund an, mehrere Schichten transparente Farbschlieren überlagern sich zu einem atmenden Farbraum. Auf diesem werden dann
später figurative Elemente aus dem Archiv des Künstlers aufgetragen. Die eigenartige Disparatheit zwischen abstraktem Farbgrund und zeichnerischer Figur schafft einen unstabilen Bildraum, der sich erst im Kopf des Betrachters zusammensetzt.«

Sebastian Quedenbaum