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Schrei des Herzens

Eine dreitägige Klanginstallation zwischen Improvisation und Neuer Musik


Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Oktober 2026  jeweils 14 bis 22 Uhr 
Eröffnung: Donnerstag, 8. Oktober, 19 Uhr mit Performance/Konzert »Herzsprung«, 20 Uhr

Ingala Fortagne – Stimme
Tristan X. Köster – Cello
Pina Bettina Rücker – Percussion

Ein Konzert, das acht Stunden dauert? Ein Raum, in dem man nicht wissen muss, wann man klatscht? Musik, die nicht von einer Bühne herab gespielt wird, sondern mitten unter den Anwesenden entsteht?

Schrei des Herzens fragt, was passieren kann, wenn Zuhören nicht passiv bleibt. Wenn Aufmerksamkeit Material wird. Wenn ein Raum nicht nur bespielt, sondern gemeinsam bewohnt wird. Wenn Musik nicht als Produkt erscheint, sondern als soziale Praxis: riskant, zart, unvorhersehbar, manchmal unbequem, manchmal tröstlich.

Schrei des Herzens verwandelt das Westwerk für drei Tage in einen offenen Klangraum. Zwischen Neuer Musik, Improvisation, Text, Stille und Gespräch entsteht eine Musikinstallation mit Menschen: analog, körperlich, unmittelbar.

Das Publikum sitzt nicht brav gegenüber. Es bewegt sich im Raum, bleibt stehen, legt sich hin, kommt für fünf Minuten oder für mehrere Stunden. Man darf zuhören, abschweifen, wiederkehren, schreiben, sprechen, schweigen. Es gibt keinen festen Beginn, kein zwingendes Ende, kein Vorwissen, das man mitbringen muss.
Im Zentrum steht der anonyme »Schrei des Herzens«. Besucher:innen können Gedanken, Fragen, Wünsche, Trauer, Wut, Dankbarkeit oder politische Unruhe aufschreiben und im Raum hinterlassen.
Diese Sätze werden aufgenommen, vorgelesen, befragt – und musikalisch beantwortet. Nicht illustrativ, nicht therapeutisch, nicht als schnelle Lösung. Sondern als Resonanz: mit Klangfarbe, Atem, Spannung, Wiederholung, Pausen, Geräusch. Die drei Musiker:innen arbeiten mit offenen Kompositionen, Sonic Meditations, zeitgenössischer Musik und eigenen Improvisationsformen. Stücke und Fragmente kehren wieder, verändern sich, reagieren auf den Raum und auf die Menschen, die gerade anwesend sind. So entsteht über drei Tage eine begehbare Installation als lebendiger Prozess. Das Repertoire reicht von Tamara Friebel, Catalina Rueda, Johanna Magdalena Beyer über Sofia Gubaidulina, Veronika Krausas hin zu Alvin Lucier, John Cage, Hannes Lingens oder Christian Wolff.

Das WESTWERK wird für diese drei Tage zu einem Ort der Verdichtung: für Klang, Körper, Stimmen, Stille und Begegnung. Man muss nichts können. Man muss nichts verstehen. Man darf einfach eintreten – und hören, was geschieht.

Als Preview findet die Performance »Herzsprung« am Vorabend, am Donnerstag, 8. Oktober, ab 20 Uhr statt. Come taste and share what you can hear!

Clubkombinat Hamburg
Behörde für Kultur und Medien Hamburg
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