Na Escada Saturday Night Non-Radio-Radio-Show
Die Woche ist voll
Samstag, den 12. Dezember 2026 / 18-23 Uhr
Sonntag, den 13. Dezember 2026 / 14-18 Uhr
Führung durch die Ausstellung: Sa 18:15-19:15 Uhr und So 15:30-16:30 Uhr
Die Na Escada Saturday Night Non-Radio Radio Showwidmet sich in einem unterhaltsamen Format aus spekulativer Kunst-Soap, Sound, Performance, Video und Bar den oft unsichtbaren Produktionsbedingungen freier, selbstorganisierter Kunsträume. Im Spannungsfeld zwischen Individualität und Kollektivität experimentiert das Na Escada Ensemble mit dem Format einer Live-Soap, die den Alltag der Kunstschaffenden direkt in den Ausstellungsraum einbringt.
Das Projekt knüpft inhaltlich an Marion von Osten und Hito Steyerl an, die beide betonen, dass die ökonomischen Dimensionen der Kunstproduktion selbst unter den Kunstschaffenden meist unsichtbar bleiben.
Historisches Fundament für das Format sind die Medientheorien von Bertolt Brecht und Siegfried Kracauer aus den 1920er-Jahren: Beide bemängelten, dass die Unterhaltung im Radio und auch in den neuen urbanen Lichtspielhäusern den Alltag der „Massen“ systematisch ausgrenzt.
Dem Film kam hier als neue Kunstform eine Sonderrolle zu. Durch seine enge Verwobenheit mit den ebenfalls zerlegenden Funktionen der Filmproduktion konnte er der „Masse“ ihre eigene Isoliertheit vor Augen führen und sie sich gleichzeitig als Kollektiv erkennen lassen. Denn obwohl die Zuschauer*innen aktiv an der Unterhaltung teilnahmen und auf den Wellen des Films trieben, bildete sich gerade durch die Montage ein kollektiver Raum für Kritik, die das Potenzial hatte, laut zu werden, sobald ein Fehler entlarvt wurde. Ein solcher Fehler bedeutete dann entweder, dass in der Unterhaltung etwas Wahres erkannt wurde, das man aus dem Alltag kannte und das in der Unterhaltung eigentlich nicht vorkommt, oder dass die Vertuschung der Unterhaltung missglückte und plötzlich der Alltag sichtbar wurde.
Na Escada greift genau diesen isolationsbrechenden Moment auf. In der Performance im Westwerk vermischen sich Fiktion und Realität. Das generierte Sound- und Script- Material wird fortlaufend recycelt, neu gemischt und weiterkomponiert. Über das Prinzip der Serie wird der Ausstellungsraum zum Produktionsort und zugleich zum Sender, der das Publikum zu Kompliz*innen der Geschichte macht.
Mitwirkende: Cooperfrau Melissengeist, Sophia Leitenmayer, der “Chor der Abgelehnten”, Eve Larue, Nader Hamzeh, Susann Arnold, Stefanie Schroeder, Sarah Drath, Natalia Tikhonova, Marie-Alice Schultz, Dong Zhough, Lorenz Goldstein, Pierre Bourdieu als Zitat, Toni Montgomery aka beachboygirl, Die Massnahme, David Huss, Anna Resei, Pachet Fulmen, Anoukoudaria, Elena Victoria Pastor, Louise Bourgeois als Zitat, Iris Minich, TinTin Patrone, Mirka Raito, Theseas Rigou, Sara Savalanpour, Torben Laib, John Maynard Keynes als Zitat, Felix Mayer, Dörte Habighorst, Elena Friedrich, Vivien Mahler u.v.m.
Dörte Habighorst ist eine Konzeptkünstlerin, Kuratorin und Kunstvermittlerin, deren Praxis die Grenzen zwischen künstlerischem Schaffen, Vermittlung und kollektivem Handeln nahtlos auflöst und Räume für gemeinsames Lernen und Experimentieren öffnet. Ihre Arbeiten untersuchen die Schnittstellen von Kunst und Gesellschaft und integrieren häufig performative sowie klangbasierte Elemente.
Elena Friedrich arbeitet als Filmemacherin und Medienkünstlerin. Sie wirkt zudem in den Bereichen Produktion, Kamera und Schnitt bei Filmen und Videokunstprojekten anderer Künstler:innen mit. Wiederkehrende Themen, die sie beschäftigen sind Fragen der Identität und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft.
Vivien Mahler arbeitet seit 1996 als freiberufliche Künstlerin. Sie ist als Schauspielerin auf der Bühne, in Film und Fernsehen, als Regisseurin, Autorin und Dramaturgin tätig.
Felix Mayer ist Klangkünstler und Komponist und lebt in Braunschweig. Seine Arbeit umfasst vor allem mehrkanalige Klanginstallationen, in denen Motoren und Körperschallwandler Alltagsgegenstände und vorgefundene Materialien in Schwingung versetzen. Die Arbeiten entstehen häufig ortsspezifisch und entwickeln ihre Form im Dialog mit dem jeweiligen Raum.

