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Programm

  

Freitag, den 23.10.:

20:00 Lesung: „Geboren, aufgewachsen, und ermordet in Deutschland“ mit Mutlu Koçak & Çetin Gültekin.

Samstag, den 24.10.:

17:00 Panel Talk: "Asylum Speakers" mit Gulwali Passarlay

21:00 Konzert: "Keshia" Alternative-Pop

23:00 Party: "Mastika Sounds" Club night

Sonntag, den 25.10.:

13:00 Party: "Sundayclub" mit Maria Farhat und Lisa Cropp

 

fluctoplasma

Hamburgs Festival für Kunst, Diskurs und Diversität:
humanity in (dis)solution

Jamila Barakat, izzinin, Yara Haskiel, Aslı Özdemir und Rajya Karumanchi Dörsam

Eröffnung Freitag, den 23. Oktober 2026, 17 bis 22 Uhr
Öffnungszeiten: Sa. 24. und So. 25. Oktober: 12 bis 18 Uhr
Mo. 26. Oktober: geschlossen
Di. 27. bis Fr. 30. Oktober: 16 bis 19.30 Uhr
Sa. 31. Oktober und So. 1. November; 12 bis 18 Uhr


Ästhetik ist nicht neutral. Sie entscheidet mit, welche Körper sichtbar, welche Geschichten lesbar und welche Formen der Trauer öffentlich anerkannt werden. humanity in (dis)solution fragt, wie Erinnerung selbst zu einem ästhetischen Terrain wird – einem Ort, an dem verhandelt wird, was erinnert werden darf, in welcher Form und aus wessen Perspektive. Die Ausstellung untersucht, wie künstlerische Formen gesellschaftliche Ordnungen nicht nur abbilden, sondern auflösen, verschieben und neu zusammensetzen können.
 

Die Arbeiten von Jamila Barakat, izzinin, Yara Haskiel, Aslı Özdemir und Rajya Karumanchi-Dörsam setzen bei Bildern, Materialien und Erzählungen an, die aus dominanten Archiven und öffentlichen Räumen verdrängt wurden. Fotografien werden überlagert, familiäre Dokumente neu inszeniert, urbane Topografien mit dem eigenen Körper vermessen, Trauer in Farbe übersetzt, Namen in hunderte gefaltete Kolibris eingeschrieben. Erinnerung erscheint hier nicht als unveränderliches Bild der Vergangenheit, sondern als formbarer, umkämpfter Prozess – ein Material, das ästhetisch bearbeitet, befragt und immer wieder neu verhandelt werden muss.
»Dissolution“ benennt diese ästhetische Doppelbewegung: das Auflösen etablierter Darstellungs- und Erinnerungsordnungen und die Suche nach anderen Formen des Zeigens. Damit stellt sich die Ausstellung explizit als ästhetische Frage – nicht nur als Frage danach, was erinnert wird, sondern wie, in welchen Formen und unter wessen Bedingungen. Sie fragt, welche Ästhetiken entstehen, wenn Erfahrungen, die lange erklärt und eingeordnet werden mussten, die Bedingungen ihrer eigenen Sichtbarkeit mitbestimmen.

Biografien



Jamila Barakat ist eine palästinensisch-deutsche Künstlerin, Autorin und Pädagogin aus Berlin. In ihrer transdisziplinären Praxis verbindet sie persönliche Erinnerungen mit kollektiver Geschichte und untersucht, wie sich Identität, Zugehörigkeit und Widerstand in Körper, Sprache und Archive einschreiben. 2025 und 2026 zeigte sie mit Hoffnung أمل ihre erste institutionelle Einzelausstellung in der Galerie im Turm in Berlin. Weitere Arbeiten waren unter anderem im KW Institute for Contemporary Art und in der Galerie Georg Nothelfer zu sehen. Barakat ist Mitbegründerin des Interspace-Kollektivs, einer kuratorischen Plattform für marginalisierte und emanzipatorische Perspektiven. Ihre künstlerische und pädagogische Arbeit versteht das Archiv als lebendigen Ort der Zeugenschaft und Erinnerung als widerständige gesellschaftliche Praxis.

izzinin ist eine interdisziplinär und transkulturell arbeitende Künstlerin aus Hamburg. Aufgewachsen in einer Kleinstadt bei Bielefeld, fand sie bereits als Jugendliche über digitale Räume und die deutsche Manga-Szene einen Zugang zur Kunst. Was zunächst als Rückzugsort diente, entwickelte sich später zu einer künstlerischen Praxis, die aktiv in gesellschaftliche und räumliche Verhältnisse eingreift. Ausgehend von ihrer Arbeit im Bereich Architektur untersucht izzinin urbane Räume mit künstlerischen und wissenschaftlichen Methoden. Im Zentrum stehen die Spannungen zwischen Differenz und Anpassung, die gesellschaftliche Produktion von Zugehörigkeit sowie widerständige Praktiken in der Stadt. Ihre Arbeiten machen sichtbar, wie soziale Machtverhältnisse Räume prägen und wie diese zugleich verändert und neu angeeignet werden können.

Yara Haskiel ist Videokünstlerin und Forscherin. Sie studierte Experimentalfilm sowie Kunst und Medienkunst in Berlin und Hamburg und absolvierte einen Master in Museologie und Kritischer Theorie an der Autonomen Universität Barcelona. Ihre Arbeiten untersuchen die Beziehungen zwischen Erinnerung, Dislokation und marginalisierten Erzählungen sowie deren transgenerationelle und affektive Verbindungen. Dafür arbeitet sie mit Videotagebüchern, Found Footage und digitalen Medien, aus denen Videoessays und Mehrkanalinstallationen entstehen. Ihre Projekte wurden unter anderem bei der Biennale Athen, den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, dem Kasseler Dokfest und am Goethe-Institut gezeigt. Haskiel ist Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und promoviert am Institute for Visual Cultures des Goldsmiths, University of London.

Aslı Özdemir, geboren 1993, ist eine interdisziplinär arbeitende bildende Künstlerin, Autorin und Vermittlerin. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von generationsübergreifender Erinnerung, Empowerment und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Selbst im privaten und öffentlichen Raum. Sie arbeitet mit Fotografie, Video, Klang, Literatur und Performance. Fürsorge, auf Türkisch emek, versteht Özdemir als politische und ästhetische Praxis sowie als Form von Arbeit, Erinnerung und Widerstand. 2022 erhielt sie den Fotografiepreis der Hans und Annemarie Weidemann-Stiftung. 2024 war sie im Historischen Museum Frankfurt vertreten und veröffentlichte ihren Debütroman warte ich muss das teilen. 2026 wurde sie als FUTURES Artist der Triennale der Photographie Hamburg und des Hauses der Photographie ausgewählt.

Rajya Karumanchi-Dörsam ist eine in Indien geborene und aufgewachsene Künstlerin und Aktivistin. Heute lebt und arbeitet sie in Mannheim. Ihre künstlerische Praxis ist eng mit ihrer Erfahrung als Migrantin in Deutschland und ihrem gesellschaftspolitischen Engagement verbunden. Aus Papier entwickelt sie Arbeiten, die individuelle Lebensgeschichten sichtbar machen und Fragen nach Erinnerung, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Anerkennung verhandeln. Im Mittelpunkt steht dabei die Auseinandersetzung mit rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sowie mit den Leerstellen offizieller Erinnerungspolitik. Ihre Installation aus gefalteten Kolibris entstand 2022 für das vierte Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ in Nürnberg. Die Arbeit wurde anschließend unter anderem im DOMiD in Köln und 2023 in der Bundeskunsthalle in Bonn präsentiert.

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Behörde für Kultur und Medien Hamburg
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