WESTWERK.

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

2017

Arbeiten auf Papier und Skulpturen

Raum ist eine örtlich bestimmte Körperform, die Form abstrakter Körperlichkeit. Er scheint gegeben durch die Örtlichkeit, also durch Orte, in welche ich eintrete oder austrete, die ich wechseln kann –
durch den Umstand meiner Anwesenheit oder Abwesenheit. Auch alle seelischen Beziehungen entwickeln sich nur im Verhältnis von Anwesenheit und Abwesenheit, durch die Brüche von räumlicher Trennung, von der Ausdehnung ihrer Ungewissheit.

Die Gegenwärtigkeit im Getrenntsein ist das Selbstgefühl, das die Ausdehnung der Ungewissheiten der Gefühle forttreibt. Raum ist die Abstraktion von Körper oder Gestalt, von Form und Sinn in einem. Wenn wir von allem absehen, was eine Gestalt ausmacht, so ist sie bloße Figur im Raum. Je weiter entfernt die Empfindungen und ihre Gewissheiten sind und je mehr sich das Gefühl im Selbstgefühl der Seele verliert, desto mächtiger werden die Figurationen der Erinnerung. Die Beseelung unserer Wahrnehmung wird dann umso mächtiger, je weniger Gewissheit ihr entgegensteht. Magda Krawcewicz gelingt es also, uns mit ihren Malereien und Skulpturen mehr als nur ein Bild zu liefern. Öffnen wir uns, so können wir ihre Arbeiten als Reflexion, als Spiegel unserer aller Seele/Verschiedenheit verstehen.

Rik Reinking

Katalog-Release | Donnerstag | 15. Juni 2017 | 19 Uhr

Ausstellung: 16. bis 18. Juni 2017 | 14 bis 20 Uhr