WESTWERK.

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

2017

Konzert | Dienstag | 12. Dezember 2017

21 Uhr | 10 Euro

Le Ton Mité ist eine musikalische Kooperative um die Kompositionen des dauerreisenden Musikers, Instrumenten-bauers und bildenden Künstlers McCloud Zicmuse, einem US-Amerikaner mit Wohnsitz Brüssel.

Mitte der 1990er Jahre verließ McCloud die Vereinigten Staaten für eine Reise nach Europa, die nie endete. 2008 landete er in der belgischen Hauptstadt Brüssel und befasste sich ein halbes Jahrzehnt lang mit Projekten wie Puppentheater, Bogenschießen, folkloristischen Veranstaltungen, Theater und einer ganzen Reihe an eigenwilligen Solo- wie auch Gruppenprojekten. Wahrscheinlich am bekanntesten davon ist das Album »Belgotronics« der Band Hoquets, das 2011 bei Crammed Discs erschien. Danach ging McCloud für eine Zeit zurück in die USA, um Orte erneut zu besuchen, die er in  vielen Fällen seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Das Album Passé Composé Futur Conditionnel, das 2017 bei Crammed Discs veröffentlicht wurde, ist der Soundtrack zu dieser Reise. Es ist ein fein gewobenes Doppel-Album-Patchwork aus 50 Songs in 67 Minuten, die Landschaften, Reflexionen, Begegnungen, Anekdoten und die Bewegung eines ganzen Lebens in sich aufnehmen. Neben einer Kerngruppe aus belgischen Musikern sind auf einigen Songs John Dieterich von Deerhoof und/oder Heather Trost von A Hawk and A Hacksaw zu hören. Der Popsound der Band wird durch kräftige Dosen aus Jazz, Barockmusik, Folk und R ’n’ B noch dynamischer. Mit seinem spielerischen musikalischen Abwechslungsreichtum geht das Album locker um: so beim frittierten Protest-Soul-Song »Class War«, der Hommage an Seattle-Alt-Rock-Freude »Space Needle«, dem spektralen Synthie-Balladentum von »Mystery Trail« und »Gaspillage« mit seinen  Mikroausbrüchen von taumelndem Free Jazz. McCloud ist Steuermann durch und durch: Showman, Troubadour, Puppenspieler, Weiser … und manchmal alles auf einmal.

The work of Oona Libens revolves around the history of the (moving) image and media-archeaology. Her performances are a mixture of object theatre and film. Simple components as light, shadows and analog projections are used to illustrate scientific subjects – giving a more tactile experience to the phenomenon of the screen – with shadows and refractions making the whole space move. The audience gets to see how the images are being created and manipulated live. In her show Nausea we dive into submarine lifestyles, a phantasmagoria of shrimps, herring and medusae …

Auf einer Ebene ist das Album ein fröhlicher Beleg für

die sich schnell verflüchtigenden Wunder des kulturellen Pluralismus und des vagabundierenden menschlichen Geistes, aber im Kern ist es ein Abgesang auf McClouds Heimat; ein Ort, den es nicht mehr geben wird. Es ist ein Schlachtruf eines nomadisch lebenden Künstlers gegen die Nostalgie in unserer kulturell gescheiterten Zeit, die Befreiung über das Wissen, dass Heimat nicht länger ein Ort, sondern ein Geisteszustand ist.

»The United States is a myth, but somehow people manage to continue living day by day. It’s a cult, and sometimes people break away.«

Genies im Westwerk!

Le Ton Mité

+ Oona Libens