WESTWERK.

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

Filmclub Westwerk | Samstag | 25. Februar 2017

20 Uhr

Dieses erste Rennen auf teilweise verlassenen Seewegen geriet ebenso vielgestaltig wie dramatisch – wie eben eine Reise um die ganze Welt auf dem Wasser nur sein kann. Im Mai 1974 kam die »Peter von Danzig« als best loser, als letztes Schiff im Zielhafen an – im Gegensatz zu manch anderen Schiffen ohne wesentliche Havarien und mit unversehrter Mannschaft. Während der Fahrt hatten Crew-Mitglieder mit einer Super-8-Kamera gelegentlich Situationen und Eindrücke auf See dokumentiert, wenn Arbeit und Wetterbedingungen es zuließen. So entstanden etwa zwei Stunden Filmmaterial, das ursprünglich für private Zwecke gedacht war.

Als ich diese Aufnahmen nach 30 Jahren erstmals zufällig sah, war ich sofort fasziniert. Die stummen, leicht verblassten, leicht verlangsamten Bilder sind von einer einzigartigen, entrückten Schönheit und entwickeln, obwohl sie für den Außenstehenden keiner Handlung, keiner Dramaturgie folgen, dennoch einen großen Sog. Es sind gerade die Wiederholungen, die in immer neuen Perspektiven auf das segelnde Schiff, die Mannschaft bei der Arbeit, das Meer, die Wellen, die Horizonte und die Himmel, die einen eigentümlich starken Eindruck von der Reise und den Dimensionen dieses Unterfangens vermitteln.

Schon länger kannte ich einen Reisebericht, den Mitglieder der Mannschaft 1976, zwei Jahre nach ihrer Rückkehr, in kleiner Auflage als Buch veröffentlicht hatten, in dem sie von ihren Segelerfahrungen, von den großen Natureindrücken, den Krisen, den Stürmen, den internen Spannungen, den Bordpartys und dem Bordalltag erzählen.

So entstand der Plan, aus beidem einen Film zu machen – die Bildsequenzen neu zu ordnen und mit einer Tonspur zu unterlegen, die das Abenteuer dieser Regatta um die Welt nacherzählt. Hierfür bediente ich mich der schriftlichen Aufzeichnungen der Mannschaft und des Logbuchs und setzte dieses in Relation zu einigen Auszügen literarisch klassischer Texte, die sich mit Seefahrt befassen.

Glück für den NDR, dass sich die Betreiber des Safari, der mittlerweile verstorbene Hans-Henning Schneidereit und sein Teilhaber Jeff Pierron, vor der Schließung auf ein Experiment einließen: Sie gestatteten dem Filmemacher Manfred Uhlig ein Jahr lang den ungehinderten Zugang zu ihrem Etablissement. Quasi als Teil des Teams konnte er das Leben auf, aber vor allem hinter der Bühne des legendären Sex-Theaters dokumentieren.

Die 20-jährige Kina aus einem Dorf im Westerwald will als Nackt-Tänzerin in der Großstadt ein neues Leben beginnen. Die Transsexuelle Jamina möchte endlich den Mann fürs Leben kennen lernen. Und Bardame Karin möchte die letzten Jahre vor der Rente in Anstand über die Bühne bringen – um dann mehr Zeit für ihre Enkelkinder zu haben. Doch mit den Träumen vom kleinen großen Glück auf dem Kiez ist es jetzt vorbei: Aus dem Safari ist eine ganz normale Bierschwemme geworden.

Last Ship Home Die Weltumsegelung der Peter von Danzig

Ein Film von Michael Weber und Christian Ebert

Länge: ca. 63 Minuten

Ein Filmabend im Westwerk
mit zwei Filmen, wie sie unter-schiedlicher nicht sein können, und doch haben beide mit dem Mythos Hamburg zu tun. Die Filmemacher sind anwesend und geben Einführungen zu ihren Filmen.

Safari Große Freiheit

Ein Film von Manfred Uhlig

Länge: ca. 57 Minuten