WESTWERK.

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

Konzert | Samstag | 30. April 2016 | 21 Uhr

Würde man den Stil des in Berlin ansässigen Sextetts allein mit Gypsy Swing bezeichnen, hätte man zu kurz gegriffen. Zwar bildet die im Bandnamen schon angedeutete Referenz zur Tradition des Jazz Manouche durchaus die Grundlage für viele ihrer Stücke und auch spielen Django Lassi virtuos Reinhard-Kompositionen und wild poetische Balkanmusik, doch halten sie den klanglichen Horizont in jede nur erdenkliche Richtung weit offen und verstehen es, all diese Einflüsse zu einer hochwertigen und doch erstaunlich tanzbaren Klangwelt verschmelzen zu lassen.

Es war das Jahr 2005, als Django Lassi ihre Mission antraten, der Hauptstadt den Gypsy-Swing beizubringen – zu einer Zeit, da sich diese Musik in Berlin seine Bühnen erst noch erkämpfen musste. So war Djangos Weg zunächst gepflastert mit Gigs in zwielichtigen Spelunken, bei windigen Veranstaltern und ausufernden Hinterhof-Partys. Dabei fand das Ensemble um die Bandgründer Yasir und Klark schnell den Weg ins Herz und vor allem in die Beine seiner Zuhörer. Acht Jahre später sind Django Lassi eine Institution, an der man kaum mehr vorbeikommt, eine Band, die sich inzwischen deutschlandweit durch die Clubs gitarrenswingt, die einerseits das Fusion-Festival rocken und andererseits mit renommierten Kollegen wie dem Rosenberg-Trio auf einer Bühne stehen kann.

Und Djangos Weg geht weiter, die nächste Wegmarke heißt »Szupa Czipa« – das Album, welches im 30. November 2013 erschien. Es ist eine furiose Bestandsaufnahme dessen, was die Band in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Das Sextett vereint heute vier

Nationalitäten (israelisch-ivorisch-deutsch-amerikanisch) und spricht auch musikalisch mehrere Sprachen: virtuoser Gypsy Swing ist noch immer die Basis, doch wird das bekannte Vokabular in den Eigenkompositionen erweitert durch Ausflüge zu Balkan und Tango, es gibt HipHop-Rhythmen, Flamenco-Elemente und einen leichten Folk-Akzent. Vor allem hat Django Lassi eine Stimme bekommen: Seit 2010 ist Roland Satterwhite dabei, der seine Energie nicht nur auf der Geige sondern auch in einer Mischung aus Blues und wildem Sprechgesang entlädt.

Auch wenn Django Lassis musikalische Grenzüberschreitungen von so manchem Traditionalisten für Teufelszeug gehalten werden: Wer eines ihrer Konzerte besucht hat, weiß die Experimentierfreude und Spontanität der Musiker zu schätzen. Django Lassi fordern die Gypsy-Tradition heraus, denken sie weiter – und dichten neue, spannende Anekdoten hinzu.

Django Lassi

2016