WESTWERK.

WESTWERK.

Admiralitätstr. 74

20459 Hamburg

2017

Konzert | Freitag | 8. Dezember 2017

21 Uhr | 10 Euro (8 Euro erm.)

Sven Kacirek und Daniel Muhuni haben einen großartigen musikalischen Blick auf die himmelschreienden Ungerechtigkeiten der europäisch-ostafrikanischen Beziehungen entwickelt.

Der Präsident Kenias, Uhuru Kenyatta, sah in diesem Abkommen kaum Vorteile für sein Land und entschied, nicht zu unterzeichnen. Woraufhin die EU Importzölle gegen Kenianische Schnittblumen und Bohnen verhängte. Kenia wurde wirtschaftlich so sehr unter Druck gesetzt, dass Kenyatta letztlich unterschrieb.

Kacirek und Muhuni verflechten in ihrer einzigartigen Musik persönliche Geschichten der betroffenen ostafrikanischen Farmer/innen sowie Interviews mit Ökonomen und Politikern zu einer Klang- und Stimmen-Collage. Sie machen eine aggressive EU-Wirtschaftspolitik sichtbar, die dramatischen Einfluss auf die Lebensumstände der Menschen vor Ort hat, Not letztlich befördert und so selbst zur Fluchtursache wird.

 

Tobias Levin sprach mit Sven Kacirek über das Projekt:

Daniel Mburu Muhuni lebt als Schlagzeuger und Perkussionist in Nairobi. Er war Teil des BNRB-Projekts der Gebrüder Teichmann und spielt mit Stefan Schneider (To Rococo Rot), Ali Tungwa und mir in der Band »Bungó and Birds«, die 2013 u. a. beim Open Source Festival auftrat. Gemeinsam mit den Schlagzeugern Chalutee und Zahir Nathoo gründete er das Kollektiv »Debe Debe«. Muhuni arbeitet darüber hinaus regelmäßig mit dem kenianischen Choreografen und Tänzer James Mweu (Nairobi).

Was spielt Daniel Muhini?

 Nzumari, eine kenianische Flöte; Bungó, die kenianische Bassklarinette; Sengenya Drums, Percussion, Vocals.

 

Was habt ihr gemeinsam auf dem Album gemacht?

Wir haben im November gemeinsam mit Agnieszka Krzeminska diverse Interviews zum geplanten Freihandels-abkommen zwischen der EU und den ACP-Staaten mit Ökonomen, Kleinbauern und Politkern geführt. Diese Interviews haben wir anschließend vertont. Das Album »Economic Partnership Agreement« erscheint am
30. November 2017 beim Label Pingipung.

 

Was man in dem Video auf Youtube hört klingt sensationell:

Wie seid ihr vorgegangen?

Wir haben einige Interviewpassagen versucht, zu tran-skribieren, und die Sprachmelodie mit unseren Instrumenten zu verstärken. Oder wir haben unabhängig von den Sprach-melodien versucht, Atmosphären aufzubauen, die das Gesprochene unterstreichen – oder die einen atmosphärischen Gegenpol aufbauen – oder die dem Zuhörer einen Reflexions-raum bieten, über das Gesagte nachzudenken. Ich habe bei mir in meinem Wilhelmsburger Studio Skizzen zu allen Tracks vorbereitet. Daniel ist dann im März für zehn Tage nach Hamburg gekommen, um gemeinsam an dem Album zu arbeiten. Im Juni bin ich dann erneut nach Nairobi gefahren, um dort weitere Aufnahmen mit Daniel zu machen.