1. Goldener September.

Westwerk
on the golden edge.http://web.me.com/chriszander/westweb/members-point.html
 

Eröffnung: Freitag, 3. September 2010, 19 Uhr

Ausstellung: 04.–12. September 2010

Mo–Fr 15–18 Uhr, Sa 12–16 Uhr, So 14–17 Uhr



Miriam Jarrs

Echoes on the golden edge


Malerei


Echos künden davon, dass es etwas gibt, was das Ausgesandte zurückwirft. Es scheint wahllos reflektiert zu werden, aber es könnte auch ein Innehalten geben, einen Moment der Klärung und des Filterns, bevor vielleicht nur das Wesentliche als Echo zurückgeworfen wird. Mit ihren Bildern begibt sich die – hauptsächlich in London vertretene – Hamburger Malerin Miriam Jarrs auf den Weg zur »golden edge«, in den Grenzbereich zwischen der Wirklichkeit und deren Abbild. Sie führt an diesen Ort des Zerfallens und des – eher seinem Wesen nach – Wiederzusammengesetztwerdens.


Was ist die Geschichte dahinter?


Die Künstlerin legt mit ihren Bildern eine Spur zu autobiografischen Geschichten, die in einer entrückten, halluzigenen Welt ihren Ausdruck und ihre Entwicklung finden. Sie führt Charaktere und Landschaften ein, die – der assoziativen Logik eines Traums folgend – immer wieder auftauchen und ihre eigenen Geschichten erzählen. Betrachtet man alle Bilder zusammen, bilden sie ein Epos, ein Labyrinth aus all diesen Erzählungen, die alle miteinander verbunden sind.


Da ist das elektrische Pferd, das erstmals in »gleaming.h.« beim Ausbruch eines Sturmes einen Menschen beobachtet, der sich selbstvergessen einem weißen Geriesel hingibt; da wehen gespreizte Blumen erregt Flüssigkeiten von Bild zu Bild und hinterlassen eine Aura der Sexualität; da sind stille Meere, glühend ruhige Milchigkeiten, die geborgen vor einem dunklen Himmel simmern. Und da sind immer wieder die Wälder, diese stillen Orte der Möglichkeiten und Verflechtungen, der gebundene Bäume, die von der Anwesenheit von etwas Unsichtbarem künden. Unheimlich, rätselhaft, poetisch und magisch.


Miriam Jarrs’ Umgang mit Farbe verstärkt noch den Eindruck des Unwirklichen. Sie kombiniert Einfaches mit Kompliziertem, stellt feinste, leuchtende Lasuren neben breite, schlichte Pinselstriche, erzeugt samtige, dreidimensional wirkende Oberflächen und erinnert an die profane Zweidimensionalität der Leinwand durch das scheinbar wahllose Herunterlaufenlassen der Farbe über eben diese Partien. Dunkelheiten kehren sich in Licht, Licht konzentriert sich, bis es zerbirst, sich fort trägt in Landschaften ohne Horizont, mit Horizont, der sich auflöst, Proportionen verschieben sich … all das, während eine trotzdem manchmal fast kontemplativ anwesende Ruhe in den Bildern vermittelt: Es ist alles o.k.


Die Künstlerin bedient sich der visuellen Metapher um die Verbindung zwischen dem Persönlichen und dem Universellen aufzuzeigen. Es geht um Fragen wie das Verhältnis zur Natur, das Verhältnis zueinander, es geht um Erinnerungen und den Umgang mit Erfahrungen, um die Gleichzeitigkeit von Schönheit und Zerstörung, von Sehnsüchten und Entzauberungen. Das Bild ist frei. Es kann das Mögliche und Unmögliche miteinander verbinden und so das Bewusste und Unbewusste gleichzeitig aufzeigen.

http://www.westwerk.org/Westwerk_History/2009/2009.html
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9. September 2010, länger geöffnet.
Am Plattenteller:
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